Das iPad im Unterricht Haushalt-Ernährung?

In diesem Schuljahr konnte ich zum ersten Mal in der 7. Klasse im HE-Unterricht mit einem iPad arbeiten. Bekanntermaßen setzt sich der Unterricht aus den Einzelbausteinen „Praxis“, „Kochen mit vorhergehender Rezepterarbeitung“ und „Ernährungslehre“ zusammen.

Hierzu passt gleich ein Zitat eines Schülers: „Es ist cool, die Rezepte ins iPad zu schreiben! Es ist übersichtlicher, die Schrift ist viel schöner und man kann sich dazu sogar ein aktuelles Bild aus dem Internet hochladen!“

Die Rezepte werden vor der Kochstunde im Unterricht erarbeitet, die Zutaten besprochen und die Zubereitung erklärt. Nicht jedes Rezept ist im Unterricht von 90 Min. machbar, es muss in das Konzept der gesunden Ernährung passen und nicht zuletzt den Schülern/innen auch schmecken. Hinzu kommt, dass die Zutatenmengen auf den aktuellen Stand der Schüleranzahl abgestimmt werden muss. Aus diesem Grund werden die Rezepte aus dem Schulkochbuch verwendet oder von der Lehrkraft mittels Tafelanschrift vorgegeben. Das Neue ist, dass die Schüler nun zu ihren erstellten Rezepten ein aktuelles Foto hineinkopieren können und damit ein schönes Arbeitsblatt selbst erstellen, das eine gute Motivation für den bevorstehenden Unterricht darstellen kann (Rezept ”Biskuitrolle”).

Der Überraschungseffekt tritt dann in der Kochstunde ein, indem der Schüler/in sein (ihr) eigenes Ergebnis sofort fotografieren kann. Zudem hat man auch für zu Hause noch ein stolzes Beweismittel seiner Kochkunst.

Besonders vorteilhaft erachte ich die Verwendung des iPads im Ernährungslehreunterricht. Meine schönsten Arbeitsblätter z. B. über den Ernährungskreis oder über das Getreidekorn werden hervorragend durch Abbildungen auf dem iPad ergänzt. Zunächst bekommen die Schüler den Arbeitsauftrag die entsprechenden Begriffe zu „googlen“. Die gefundenen Bilder und Grafiken können herangezoomt werden und durch farbige und genaue Darstellung passend betrachtet und beschrieben werden. Durch weiterführende Links (www.bmelv-durchblicker.de, www.dge.de, www.ugb.de) werden die einzelnen Bestandteile oder Auswirkungen auf die Gesundheit erklärt. Darüber hinaus bieten die genannten Internetseiten noch die schüleraktivierende Beschäftigungsmöglichkeit ihr Wissen mittels eines Ernährungsquiz zu testen. 

Der Vorteil des iPads liegt aus meiner Sicht v. a. in der konkreten Veranschaulichungsmöglichkeit der oft auch komplexen Sachverhalte. Zu ergänzen wäre aber zudem noch, dass ich feststellen kann, dass die Selbstständigkeit meiner Schüler deutlich zugenommen hat.

Monika Prötzel

Wie wird in den einzelnen Fächern mit dem iPad gearbeitet?

Um einen größeren Einblick in die Arbeit unserer Schüler mit dem iPad im Schulalltag zu bekommen, hier einige weitere Beispiele aus dem Unterrichtsgeschehen.

Erdkunde

Die Schüler arbeiten mit Google Maps und QR-Codes. Bei der Internetrecherche werden regelmäßig Bilder, Karten, Diagramme etc. zu jeweiligen Themengebiet gesucht, die dann zur Lösung von Aufgabenstellungen verwendet werden. Weitere Informationen in Form von kurzen Filmen oder Podcasts stehen jedem einzelnen Schüler direkt über sein iPad zur Verfügung. Wie in allen anderen Fächern erstellen die Schüler selbstständig Keynote-Präsentationen, Mind Maps oder Cluster. 

Biologie

Auch hier dient das iPad häufig der umfassenden Recherche zu neuen Themengebieten. Die erlangten Informationen werden aufbereitet und in Form von Präsentationen über den Beamer den anderen Schülern vorgestellt.

Mathematik  

Neue Themen werden in Form von ausgearbeiteten Filmanimationen (incl. Ton) vorbereitet (z.B. die Entwicklung eines Umkreises beim Dreieck mit GeoGebra). Musterlösungen bereits besprochener  Aufgaben (Schule, Hausaufgaben) werden als PDF–Files im Intranet der Schule zur Wiederholung und Prüfungsvorbereitung bereitgestellt. So können die Schüler auch von zu Hause aus mit dem App GoodReader über WebDav auf diese Informationen zugreifen. Einfache geometrische Konstruktionen werden mit dem App GeoDesigner erstellt, (z.B. Rand- und Mittelpunktswinkel im Kreis). Weiterhin erstellen die Schüler einfache Algorithmen mit dem App Numbers, z.B. Dreisatzoperationen in Tabellen zur Proportionalität. In Zukunft ist ein Projekt mit der Uni Bayreuth zum Thema Dynamische Geometrie mit JSXGraph geplant. 

Physik

 Die Schüler recherchieren im Internet zu neuen Themen, die dann mit Keynote präsentiert werden. Gleichzeitig erfolgt aber auch immer wieder die Erarbeitung einer gemeinsamen Präsentation über den Unterrichtsstoff, wie z.B. zum Thema Optik. Unterrichtsversuche werden gefilmt und anschließend ausgewertet. Außerdem werden im Vorfeld des Unterrichts Filme zu komplexeren Versuchen vorbereitet. Darüber hinaus wird das Physikbuch, ebenso wie die Lehrbücher in Erdkunde, Biologie oder Englisch als PDF-File verwendet.

 

Brauchen Deutsch- und Geschichtsunterricht wirklich das iPad? – Eine Bestandsaufnahme

Marcel Fischer (7a) präsentiert den 1. Dezember am Weihnachtsmarkt

iPad und Naturwissenschaften? Dieser Zusammenhang ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Aber wie dieses neue Medium in den laufenden Unterricht in geisteswissenschaftlichen Fächern einbauen? Diese Frage stellte sich nicht nur mir als Lehrkraft, sondern auch meinen Schülern in der 7a. Bereits vorweg: Es ist möglich und macht dazu auch noch Spaß!

Deutsch-iPad oder iPad-Deutsch?

Wenn Schüler ihr Lieblingsfach benennen sollen, dann liegt das Fach Deutsch meist im unteren Mittelfeld. Das Schreiben mit der Hand ist sicher nicht die Lieblingstätigkeit unserer Schüler, was der Hauptgrund dafür sein mag. Trotzdem ist es natürlich unablässig, diese Kulturtechnik nicht verkümmern zu lassen, denn, so unser Ansatz, das iPad soll den Unterricht ja ergänzen und nicht die Schriftsprache vollends ersetzen. Die Schüler der iPad-Klasse besitzen daher immer noch ein Schreibheft und müssen auch die Leistungsnachweise auf diese Art ableisten.

Neu ist allerdings, dass die einzelnen Arbeitsblätter nicht mehr unbedingt in Papierform ausgegeben werden müssen. Die Schüler haben die Möglichkeit, sich Übungen, z. B. für Rechtschreibung und Grammatik “live” im Unterricht mithilfe des Programms “Goodreader” auf ihr iPad herunterzuladen. Dies spart nicht nur Kosten, sondern kann gerade auch zur Differenzierung im Unterricht dienen. Wenn es einmal schneller gehen muss, können die Schüler auch ihre Lösungen direkt ins Textdokument eingeben. Gerade bei Gruppenarbeiten ist dies eine gute Möglichkeit auch an alle Materialien der jeweiligen Stunde heranzukommen. Die “Zettelwirtschaft” entfällt, die häusliche Vorbereitung ist übersichtlicher und zugleich motivierender.

Warum nicht einmal selber Übungen erstellen? Das Präsentationsprogramm ”Keynote” ist hervorragend geeignet, um den Schülern die Gelegenheit zu geben, ihre Kenntnisse auf neue Weise zu festigen. Durch das selbstständige Erstellen von Grammatik- (hier ein Beispiel zum Thema “Attribute“) oder Rechtschreibungsübungen wird nicht nur der Stoff eingeübt, sondern auch die Präsentationsfähigkeit unserer Schüler gefördert. Mit der Zeit könnte so auch ein Aufgabenpool entstehen, der anderen Schülern zur Vefügung gestellt werden kann. LDL (Lernen durch Lehren) quasi mal virtuell!

Auch die Lesekompetenz der Schüler kann spielerisch mit dem iPad gefördert werden. So ist es möglich, via Internet Videos von guten Vorlesern zu analysieren. In einem nächsten Schritt sind dann die Schüler selbst an der Reihe. Sie können mit dem iPad sehr schnell ihre eigenen Vorträge filmen und diese dann mit den erarbeiteten Vorleseregeln abgleichen. Sowohl in Kleingruppen als auch im Klassenverbund ist dies eine hervorragende Möglichkeit, Medien- und Lesekompetenz miteinander zu verknüpfen.

Dies sind nur zwei Beispiele, welche die Vielseitigkeit des iPad-gestützten Unterrichts in Deutsch verdeutlichen können. Im 2. Halbjahr wird das iPad dann sogar zum Schulaufgabengegenstand werden. Im Rahmen einer Lektüre (das Buch wird natürlich via iBook gelesen) wird eine Projektschulaufgabe durchgeführt werden, die zudem einen traditionellen Aufsatz ersetzen kann.

Für das Fach Deutsch gilt: Das iPad kann den Unterricht sinnvoll ergänzen, wenn man kreative Wege geht und die Unterrichtsgesaltung behutsam öffnet!

Hin zum materialbasierten Geschichtsunterricht – Das iPad macht Geschichte lebendig

Will das Fach Geschichte gelingen, dann ist es unabdingbar, den Schülern die Vergangenheit erfahrbar zu machen. Der Lehrer kann hier nicht immer genügend Primärerfahrungen liefern. Mithilfe des iPads kann der Geschichtsunterricht durchaus revolutioniert werden, da nun sämtliche moderne Medien schnell verfügbar und im Unterricht auch einsetzbar sind.

Gerade Karten, Bildquellen oder Filme – das Internet bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten den Textanteil im Geschichtsunterricht auf das Nötigste zu beschränken. Es gilt natürlich aber auch hier das Postulat, dass die Schrift nicht aus dem Unterricht verschwinden darf. Fakt ist aber auch: Die Geschichtsstunden in der iPad-Klasse kommen fast nicht mehr ohne iPad aus. Es ist dem Lehrer nun möglich, blitzschnell Bildquellen zu analysieren. Anders als auf der traditionellen Folie können nun auch einzelne Abschnitte “herbeigezoomt” werden. Auch die Schüler können nun direkt auf das Material des Lehrers zugreifen, was früher in diesem Umfang auch aus Kopierkostengründen gar nicht möglich gewesen wäre. Zudem können immer wieder über “YouTube” oder ähnliche Plattformen kurze Filmsequenzen eingestreut werden. Vorbei scheint die Zeit der VHS-Recorder oder der schon etwas moderneren DVD-Player! Der Unterrichtsgegenstand kann mit dem iPad viel anschaulicher gemacht werden und das bedarf nicht einmal einer großen methodischen Neuorientierung des Unterrichts.

Darüber hinaus lässt sich natürlich auch wiederum die Filmfunktion nutzen, um Rollenspiele zu filmen und anschließend im Plenum begutachten zu können. Erfreulich ist zudem die Tatsache, dass die Schüler in meiner iPad-Klasse gerade bei schriftlichen Leistungsnachweisen hervorragende Noten erzielen (Bei der ersten Kurzarbeit konnten bis auf wenige Ausnahmen v. a. die Notenstufen 1 – 3 erreicht werden!). Dies liegt daran, dass die Schüler schon gezielt mit dem iPad lernen, weil sie dort auch alle Materialien, die in den jeweiligen Stunden eine Rolle gespielt hatten, abrufen können.

Unser erstes größeres Projekt im Geschichtsunterricht war die Erstellung eines Adventskalenders für den Weihnachtsmarkt. Alle Schüler bekamen einen Tag zugelost, den sie folgendermaßen zu bearbeiten hatten: Ziel war eine Präsentation via “Keynote” zu erstellen, die ausgewählte geschichtliche Ereignisse beinhalten sollte. Somit gelang es uns, ein zweistündiges Programm auf die Beine zu stellen, was von vielen Eltern, Lehrern und Mitschülern durchweg positiv aufgenommen wurde. Und last but not least – es wurde auch einiges Neues genannt, wovon Sie sich selbst überzeugen können (Beispielpräsentation 1. Dezember und 2. Dezember)!

Fazit     

Auch im Fach Geschichte möchten wir, Schüler und Lehrer, das iPad nicht mehr missen! Es gibt immer wieder neue Ideen, die es auszuprobieren gilt. So könnte z. B. die Erstellung von kleinen Videoclips mithilfe der Apps ”Avid Studio” oder “iMovie” eine weitere kreative Möglichkeit sein, sich mit historischen Inhalten medial zu beschäftigen! Seien Sie sicher, wir werden es ausprobieren!

QR-Code-Treasure Hunt in der Klasse 7d

qrcodetreasurehunt

Schüler fotografieren einen QR aus dem QR Treasure Hunt

QR-Codes sind zweidimensionale Codes, welche von modernen Smartphones und Ipads mit einer entsprechenden App gelesen und entschlüsselt werden können. Die Codes erscheinen inzwischen immer häufiger in Zeitungen und Zeitschriften oder auf Plakatwänden und können von den Lesern beziehungsweise Passanten über mobile Endgeräte gescannt und so verarbeitet werden.

Mittlerweile haben sich die Codes als internationaler Standard

etabliert und leiten den Benutzer zu weiteren Informationen oder auf weiterführende Webseiten. Ein großer Vorteil der Codes ist, dass das mühsame Abtippen einer Webadresse entfällt und sich sofort nach dem Scannen der Browser mit der entsprechenden Seite öffnet. Es ist jedoch nicht nur möglich, Internetlinks zu verschlüsseln, es können auch einfach ohne Weiterleitung platzsparend Informationen hinterlegt werden, welche dann beispielsweise auf einem Smartphone oder iPad gelesen werden können.

Auch im Unterricht der Ipad – Klassen finden diese Codes nun Verwendung. So erarbeitete

sich beispielsweise die Klasse 7d im Rahmen des Englischunterrichts einen Lesetext, indem sie sich im Fachraum auf die Suche nach den Codes machten. Die Codes wurden im Vorfeld auf Mülleimern, Türen, der Tafel, Fenstern, Bänken und Wänden angebracht. In Zweierteams bewegten sich die Schüler mit ihren iPads durch den Raum und sammelten, ähnlich einer Schnitzeljagd, Einzelinformationen zu einer Geschichte aus dem Englischbuch. Die Schüler scannten die Codes mit einer vorher auf die iPads geladenen App und konnten innerhalb kürzester Zeit relativ sicher mit dem Programm umgehen. Einige Schüler aus der Klasse wussten auch schon im Vorfeld, wie die Codes funktionieren und konnten auch ohne Anleitung die Vorgehensweise für die Klasse erklären. Nach dem Scan öffnete sich dann auf den Tablets eine Seite, welche Einzelteile des Textes in Form eines Frage-Antwort-Spiels bereithielt.

Den Schülern wurde so einerseits spielerisch beigebracht, grundsätzlich mit der modernen Technik umgehen zu können, andererseits eröffnen sich so natürlich interessante weitere Möglichkeiten der Textarbeit im Englischunterricht. Auch der Bewegungsaspekt im Sinne des Leitthemas „Bewegte Schule“ darf hierbei natürlich nicht vergessen werden. Sobald es draußen wärmen wird, kann sich die Schatzsuche beispielsweise auch über den gesamten Schulhof erstrecken und bleibt nicht nur auf das Klassenzimmer oder den Fachraum begrenzt.

Den Schülern hat diese Art der Textarbeit nach eigener Auskunft großen Spaß gemacht und sie waren mit Eifer bei der Sache. Natürlich wünschen sie sich, dass so etwas von nun an öfter in den Unterricht integriert wird.

Die “Stimme Sachsens” zu Gast bei unserer iPad-Klasse 7d

Prominenter Besuch an unserer Schule! Ein Journalist der renommierten Leipziger Volkszeitung war bei unserer iPad-Klasse 7d zu Gast um eine Reportage über unser Pilotprojekt verfassen zu können. Am 23.02. erschien dann der ausführliche und fundiert geschriebene Artikel, “Das Ende der Kreidezeit”, den Sie  nachlesen können!

Wir bedanken uns bei Herrn Andreas Friedrich für seinen Besuch und wünschen der “Stimme Sachsens” auch in Zukunft möglichst viele Leser!

Zeitungsartikel zum Download: Ende der Kreidezeit

 

Die erste Schulwoche

Einbindung in das Schulnetz

Digitale Organisation des Schulalltags, so lautet das Motto der ersten zwei Wochen in den iPad-Klassen. Über die Ferien haben die Schüler ihr iPad bereits grundlegend eingerichtet. Mir ist aufgefallen, dass es kaum ein iPad gibt, das keinen persönlichen Startbildschirm hat. So individuell wie die Schüler sind, so individuell ist auch die Gestaltung ihrer iPads. In der ersten Woche stehen natürlich zuerst die technischen Fragen im Vordergrund, sowohl von Seiten der Schüler als auch von Seiten der Lehrer.

Alle Einrichtungs- und Installationsfragen für die wichtigsten iPad-Apps sollen in den ersten beiden Wochen geklärt werden.

Der Plan der ersten beiden Wochen

  • Einrichten des WLAN-Zugangs zum Schulnetz
  • Einrichten der schuleigenen E-Mail
  • Einrichten von Dropbox und Evernote
  • Termine eintragen, Notizen machen, Dateien auf das iPad spielen, …

Einbindung in das WLAN der Schule

Die erste Aktion ist die Einbindung der persönlichen iPads der Schüler in das schulische Netzwerk. Die Anforderungen sind hier deutlich höher als zu Hause. Die Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder auch sicher im Internet surfen. Das Internet muss sowohl für die Klasse als auch für einzelne Schüler gesperrt und freigeschaltet werden können. Bestimmte Seiten dürfen erst gar nicht aufrufbar sein. Erst wenn dies möglich ist, sind die iPads im Unterricht sinnvoll einsetzbar.

Im heimischen Umfeld verwendet man für den drahtlosen Zugang einen gemeinsamen Schlüssel für alle Geräte (PCs, Handys, Netbooks). In der Schule ist dies recht unpraktisch. Gelangen Fremde an den Schlüssel oder verlässt ein Schüler die Schule, so muss der Schlüssel in allen Geräten neu gesetzt werden. Ein sehr hoher Aufwand und ein zu hohes Risiko für eine Schule.

Wir nutzen in der Schule den OSS (OpenSchoolServer) der Firma EXTIS. Zusammen mit der Firma EXTIS haben wir hierfür eine technische Lösung gefunden. Mit Hilfe eines Radius-Servers melden sich die Schüler mit ihrem persönlichen Login am WLAN-Accesspoint an. Damit nicht alle Schüler beliebige Geräte selbstständig anmelden, wird jedes iPad im Schulnetz registriert und dem jeweiligen Schüler zugeordnet. Nach dieser Prozedur können sich die Schüler nur an ihrem persönlichen iPad anmelden.

Die erste Einrichtung dauert dadurch etwas länger. Die MAC-Adressen (eindeutige Seriennummer der drahtlosen Netzwerkkarte) aller 54 iPads müssen aufgenommen und jedem Schülerlogin das persönliche iPad zugeordnet werden.

Spannend war für uns, ob dies mit allen iPads reibungslos klappt. Was passiert, wenn eine große Zahl an iPads über einen Accesspoint surfen? Kann sich jeder Schüler anmelden? Bricht die Verbindung zusammen?

Bei fast allen Schülern hat die Anmeldung reibungslos geklappt. Kleine Fehler hier und da wurden schnell behoben.  Die WLAN-Accesspoints sind mit der Anzahl der iPads gut ausgelastet. Im normalen Unterrichtsalltag verteilt sich aber die Last, da nicht alle gleichzeitig Daten aus dem Netz übertragen.

Warum das iPad?

Das Internet ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Viele Dinge des alltäglichen Lebens werden vom Internet mitbestimmt. Wer hat noch nicht ein Rezept für das Abendessen bei Google nachgeschlagen, ein Buch online eingekauft oder nur einfach Rat gesucht. Viele Jugendliche wachsen wie selbstverständlich mit der “neuen digitalen Technik” auf. Nur im Unterricht scheint das Internet noch nicht so richtig angekommen zu sein, wobei die Möglichkeiten für einen Einsatz sprechen.

Oft liegt dies an den Schwierigkeiten mit der Technik. Das iPad bietet hier eine einfache und funktionierende Technik, die Lehrern den nötigen Raum lässt, um didaktische Konzepte umsetzen zu können.

Gewicht und Größe

Das iPad hat die ideale Größe um von den Schülern in der Büchertasche in die Schule mitgenommen werden zu können. Es ist deutlich leichter als ein Notebook und hat ein größeres Display als viele Netbooks. Mit einer speziellen Schutzhülle (z. B. Otterbox) ist es zudem besser gerüstet für den rauen Schulalltag.

Batterielaufzeit und Instant-On

Mit bis zu 10 Stunden Laufzeit mit einer Batterieladung kann mit dem iPad deutlich länger als mit Notebooks und Netbooks im Unterricht gearbeitet werden. Das iPad muss also an einem Schultag nicht zwischendurch aufgeladen werden im Vergleich zu den meisten Notebooks und Netbooks, die eine Laufzeit von weniger als 4 Stunden bieten.

Das iPad ist Instant On. Es ist innerhalb von wenigen Sekunden betriebsbereit und kann so deutlich flexibler in den verschiedenen Phasen des Unterrichts eingesetzt werden. Hier benötigen Notebooks und Netbooks deutlich länger. Startzeiten von mehreren Minuten sind hier keine Seltenheit.

Virenproblematik

Momentan existieren keine Viren, die dem iPad gefährlich werden könnten. So ist keine spezielle Antivirensoftware nötig. Als Schule sinkt das Risiko eines Befalls von Computerviren.

Multitouchoberfläche, Bedienkonzept und Sensoren (Kamera, Mikrofon, GPS, …)

Bedienkonzepte von Tablets unterscheiden sich deutlich von herkömmlichen PC-Betriebsystemen. Sie bieten mit der Gestensteuerung und den Sensoren deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. So können Schüler mit den iPads ein Video drehen, bearbeiten und anderen Schülern zur Verfügung stellen. Mit dem Beschleunigungssensor sind physikalische Versuche möglich.

Verfügbarkeit und Kosten von Apps

Der Apple Appstore bietet momentan die meisten schulrelevanten Apps an. Die Preise für die einzelne Apps liegen deutlich unter den Preisen für PC-Software.

eBookReader – Funktionalität

Mit den iPad könnten langfristig die Schulbücher durch digitale Bücher ersetzt werden. Dies würde neben dem Mehrwert, den digitale Bücher durch erweiterte multimediale Inhalte und Notizfunktionalität  bieten, die Büchertasche der Schüler deutlich entlasten.

Die iPad-Klassen an der Realschule am Europakanal

Ab dem Schuljahr 2011/2012 bietet die Realschule am Europakanal als erste bayerische Schule zwei iPad-Klassen in der 7. Jahrgangsstufe an. Es handelt sich hier bei um ein elternfinanziertes 1to1-Modell. Im Rahmen der iPad-Klassen haben die Eltern für jeden Schüler ein persönliches iPad für den Einsatz in der Schule und zu Hause angeschafft.

Dieser Blog begleitet die iPad-Klassen mit Informationen, Meinungen und Ergebnissen aus dem Unterricht.

Ziele des Einsatzes:

  • Stärkung der Medienkompetenz (Recherchieren lernen, kritischer Umgang mit Informationen hinsichtlich Qualität, Authentizität und Relevanz)
  • Individualisiertes Lernen mit Hilfe von personalisierten Lernumgebungen
  • Projektorientierter Unterricht und kooperatives Lernen